GTRR - Germany

Dies ist die deutschland-spezifische Seite des globalen Transgenderressourcenregisters (GTRR).

Juristische Situation

In Deutschland ist diese derzeit relativ schwierig. Für eine juristische Namens- und Geschlechtsänderung benötigst du zwei psychologische Gutachten, die du leider selbst bezahlen musst ‒ und sie können bis zu 1000€ das Stück kosten. Das ganze läuft über ein TSG-Verfahren beim lokalen Amtsgericht; für weitere Details einfach dieses kontaktieren. Zusätzlich zu den Kosten für die Gutachten sind noch ca. 80€ für das Verfahren selbst sowie Kosten für neue Papiere (bspw. Geburtsurkunde und Personalausweis) einzuplanen. Zeitlich nimmt ein solches Verfahren ca. 3 Monate bis ein Jahr in Anspruch. Die Ampel-Koalition will laut derzeitigem Verhandlungsstand eine Ersetzung des TSG, vermutlich durch das von Grünen und FDP vorgeschlagenen "Selbstbestimmungsgesetz", bei dem Gerichtsverfahren und psychologische Gutachten wegfallen würden.

Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität bietet für knapp 20€ einen sogenannten Ergänzungsausweis an. Dieser wird an deinen normalen Personalausweis gebunden und ist vom Innenministerium sowie diversen Behörden und Krankenkassen anerkannt. Er kann sinnvoll sein, wenn du noch keine juristische Namens- und Personenstandsänderung erreicht hast, oder diese nicht erreichen kannst oder willst. Weitere Informationen hier.

Krankenkassen

Hormone sind normale verschreibungspflichtige Medikamente. Hier brauchst du keine spezielle Zustimmung der Krankenkasse ‒ es reicht ein Indikationsschreiben einem*r Psychologe*in oder einer*s Psychiaterin*s, mit dem du dann eine*n Endokrinologi*en aufsuchst. Chirurgische Eingriffe (hierzu zählen auch Haarentfernungen, wenn du diese nicht privat finanzieren möchtest, wobei die Finanzierung durch die Krankenkasse ohnehin nur bei Dermatolog*innen und Gynäkolog*innen möglich ist) dagegen sind deutlich schwieriger zu erhalten. Hier gelten die Richtlinien des MDS (Spitzenverband medizinischer Dienst der gesetzlichen Krankenkassen); eine Stellungnahme der DGTI zu den derzeitigen ist hier zu finden. Viele Ärtz*innen bieten Haarentfernung nur als private Leistung an, sollte es aber keine geben, die es auch über die Krankenkasse finanzieren lassen, so gilt dies als Systemversagen und die Krankenkasse ist dann auch für die eigentlich private Leistung zahlungspflichtig, sofern die vom MDS vorgegebenen Vorraussetzungen für chirurgische Eingriffe erfüllt sind. Mehr dazu hier beim Bundesverband Trans*.

Support-Gruppen und -Ressourcen

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